Erbrecht
 
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Europäische Erbrechtsverordnung

Eruopa-Karte


Die Europäische Erbrechtsverordnung

Tod am Ballermann (Mallorca) während der schönsten Wochen des Jahres oder  Badeunfall  in Albena (Bulgarien) kein Unterschied ?

Zunächst nicht.  Seit 17.08.2015 gilt aber die EU-ERbRVO und diese knüpft für das Erbrecht an das Recht des Staates an, in dem der Verstorbene seinen letzten  gewöhnlichen Aufenthalt hatte und nicht mehr an die Staatsangehörigkeit !

Natürlich wird durch einen Urlaub kein gewöhnlicher Aufenthalt begründet .  Ein gewöhnlicher Aufenthalt wird aber bereits begründet, wenn jemand an einem Ort verweilt und erkennen lässt, dass dies nicht nur vorübergehend ist (also i.d.R. mehr als 6 Monate). Der Mallorca-Rentner verlegt also ggf. seinen gewöhnlichen Aufenthalt nach Manacor oder Can Picafort.

Wenn jemand ins Ausland zieht mit dem Entschluss, dort zu bleiben, kann auch am 1. Tag im Ausland vom gewöhnlichen Aufenthalt ausgegangen werden.

Dann gilt im Falle des Todes (selbst wenn jemand in Deutschland aus Anlass eines Besuches verstirbt) spanisches Erbrecht.

Wenn dann kein Testament da ist  und Abkömmlinge (Kinder) noch leben, erbt der Ehegatte nicht (er hat nur ein Nießbrauchsrecht).

Nach rumänischem Recht ist ein sog. Berliner Testament unwirksam, weil es kein gemeinsames Testament gibt und nach bulgarischem Erbrecht ist der Ehegatte Erbe 5. Ordnung.

Deutsches Recht kann man wählen. Die Rechtswahl ist zulässig und sie erfolgt entweder durch ausdrückliche Erklärung im Testament, Erbvertrag oder sonst (aus Rechtssicherheit) in schriftlicher Form.

Personen mit häufigem Auslandsaufenthalt wechselnder Dauer ist also eine solche sonst an keine Form gebundene Erklärung anzuraten,also z.B. Absender etc.:

 "Für den Fall meines Todes soll deutsches Erbrecht gelten",

Datum und Unterschrift