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Erbfolge



Die                      

Erbfolge

regelt die Frage, wer Erbe des Verstorbenen geworden ist. Zu unterscheiden ist zwischen der 

                                 a) gesetzlichen Erbfolge und

                                 b) der gewillkürten Erbfolge. 

Wenn eine Person niemanden durch Testament oder Erbvertrag zum Erben einsetzt, gilt die gesetzliche Erbfolge. Diese besagt im Grundsatz: 

"Das Gut fließt wie das Blut".

Erbe nach dem Gesetz wird also, wer mit dem Verstorbenen blutsverwandt war und - als Ausnahme - der Ehegatte.

 

Da ein Erblasser oft Ehefrau, Kinder und Enkel hat, ist geregelt, wer von diesen vorrangig erbt und was durch Einteilung in verschiedene Ordnungen (Stufen) erfolgt. Die jeweils höhere (bessere) Stufe schließt die nachfolgenden Ordnungen aus.

 

   

           
1.)

        

Gesetzliche Erben  sind also in der nachfolgenden Reihenfolge:

 
1.) Erben erster Ordnung sind die Kinder des Erblassers und
     soweit ein Kind nicht mehr lebt, dessen Nachkömmlinge
     (§ 1924 BGB).

2.) Leben weder Kinder noch Nachkommen der Kinder, erben
     die Eltern
des Erblassers als Erben zweiter Ordnung oder,                 wenn diese bereits verstorben sind deren Nachkommen,                   also die Geschwister des Erblassers (§ 1925 BGB). 

 3.) Leben Eltern und Geschwister nicht mehr, erben die                              Großeltern oder deren Nachkommen als                                               Erben dritter Ordnung (§ 1926 BGB).


 

Diese Reihenfolge setzt sich fort bis in fernere Ordnungen, weshalb durchaus
bei kinderlosen Erblassern auch entfernte Verwandte Erben sein können. 

 
Wichtig ist, dass "ältere" Erben, also Eltern, Großeltern usw. immer nur zum Zuge kommen, wenn dazwischen keine "jüngeren" Nachkommen eines nicht mehr lebenden Erben vorhanden sind. Die Nachkommen eines ansonsten bestimmten und bereits verstorbenen Erben treten nämlich - soweit sie noch leben - an die Stelle des Erben. Leben auch sie nicht mehr und hinterließen sie Abkömmlinge, erben diese usw. Rückwärtsgewandte Verwandte (Eltern, Großeltern usw.) erben also nur dann, wenn die "jüngeren" Stämme versiegen, also ohne Nachkommen sind.

 

Das Erbrecht des Ehegatten besteht unabhängig von diesen Regelungen (vgl. dort).


Besonderheiten gelten für "Abkömmlinge" bei Adoption für bestimmte Zeitpunkte.

 

Gewillkürte Erben 

sind diejenigen, die der Verstorbene als Erben einsetzt.

 

Der Erblasser kann also per Testament, Erbvertrag bestimmen, dass nicht (nur) seine Verwandten Erbe werden, sondern irgendeine natürliche oder juristische Person oder irgendeine Körperschaft, also schlicht jemand, der am Rechtsleben teilnimmt. Solche "Personen" können ganz oder teilweise zum Erben eingesetzt werden (§ 1937 BGB,  §§ 2087 ff. BGB).

 
Damit verbunden ist dann automatisch die "Enterbung" der nicht bedachten gesetzlichen Erben, weshalb diese i.d.R. nur noch ihren Pflichtteil geltend machen können.  

 
Gleichgültig, ob gesetzlicher Erben oder gewillkürte Erben den Nachlass "antreten". Wenn es mehrere sind (oder daneben der Ehegatte erbt), wird der Nachlass gemeinschaftliches Vermögen der Erben (als Erbengemeinschaft) und über dessen Verwaltung, Verteilung und Verwertung entbrennt dann oft der Streit. Diese Fragen sind im Grundsatz in den §§ 2032 BGB geregelt.